Daimler berechnet und dokumentiert seine CO2-Emissionen nach dem Corporate Accounting and Reporting Standard 2004 der Greenhouse Gas Protocol Initiative, Scope 1 bis 3.

Dokumentiert werden alle CO2-Emissionen aus stationären Quellen (Scope 1), die indirekten Emissionen aus der Erzeugung des eingekauften Stroms und der Fernwärme (Scope 2) sowie die Emissionen aus der Nutzung unserer Produkte (Scope 3). Wir berücksichtigen damit auch die unserer Tätigkeit vor- und nachgelagerten Emissionen.

Scope 1: Unsere direkten Emissionen aus der Verbrennung von Kraftstoffen, Heizöl, Erdgas, Flüssiggas und Kohle berechnen wir mit konstanten CO2-Emissionsfaktoren gemäß dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) oder der deutschen Emissionshandelsstelle, DEHSt. Seit 2017 ist auch der Kraftstoffverbrauch Daimler-eigener Fahrzeuge enthalten. Berücksichtigt werden dabei die Fahrzeuge, deren Kraftstoffverbrauch über ein unternehmensinternes Abrechnungssystem erfasst wird. Derzeit nicht durch das System erfasste Fahrzeuge werden durch Standort bezogene Abfragen in die Erfassung integriert. Von 2010 bis 2017 war lediglich der Kraftstoffverbrauch für stationäre Anwendungen (v.a. Prüfstände und Notstromaggregate) in der Bilanzierung beinhaltet.

Unsere produktionsbezogenen Ziele (Energie, CO2) bilanzieren wir weiterhin ohne Kraftstoffe, da der Kraftstoffverbrauch in erster Linie durch Aktivitäten außerhalb der Produktion (u. a. Firmenfahrzeuge, Prüfstände) verursacht wird. Deshalb werden auch die spezifischen Energieverbräuche und CO2-Emissionen (gemessen je produziertem Fahrzeug), die den produktionsbezogenen Zielen zugrunde liegen, ohne Kraftstoffe ausgewiesen.

Scope 2: Die indirekten Emissionen von Fernwärme und Strom aus externer Erzeugung errechnen wir zeitlich und regional differenziert. Sofern keine genaueren Daten vorliegen, ziehen wir dabei die jährlich aktualisierten Faktoren der Internationalen Energieagentur (IEA) heran. In den USA wenden wir die Faktoren der EPA für die Stromerzeugung an. Seit 2016 erfolgt die CO2-Bilanzierung über die separaten Bilanzierungsansätze „market based“ und „location based“. Grundlage ist der 2015 veröffentlichte neue Leitfaden der Greenhouse Gas Protocol Initiative zur Ermittlung von Scope-2-Emissionen. Für den Bilanzierungsansatz „market based“ erheben wir die CO2-Emissionsfaktoren der lokalen Stromtarife oder Stromversorgungsunternehmen an unseren weltweiten Standorten. Wo diese nicht verfügbar sind, wird weiterhin der für das jeweilige Land veröffentlichte aktuelle durchschnittliche Emissionsfaktor gemäß IEA bzw. gemäß EPA für die USA verwendet. Zu Vergleichszwecken werden auch die CO2-Emissionen gemäß der „location based“-Methode ausgewiesen, die ausschließlich die landesspezifischen Emissionsfaktoren beinhaltet.

Scope 3: CO2-Emissionen, die durch die Nutzung unserer Produkte entstehen, ermitteln wir auf Basis unserer Absatzzahlen und des durchschnittlichen Flottenverbrauchswertes. Dabei gehen wir bei Pkw von einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern über 10 Jahre aus. Für die Transporter setzen wir eine jährliche gemittelte Laufleistung von 28.500 Kilometern ebenfalls über 10 Jahre an. Für Lkw und Busse gibt es derzeit noch keine anzuwendenden gesetzlich vorgeschriebenen Testzyklen. Die Europäische Kommission hat ein computergestütztes Simulationsprogramm (VECTO) entwickelt, das die Herstellerangaben zum Verbrauch und CO2-Ausstoß von Lkw und Bussen untereinander vergleichbar machen soll. Als erste Fahrzeugsegmente werden die schweren Lkw und Busse des Fern- und Regionalverkehrs, die ab dem 1. Januar 2019 produziert werden, mit VECTO zertifiziert werden. Weitere indirekte CO2-Emissionen aus eingekauften Dienstleistungen und Vorleistungen berechnen wir beispielhaft für Dienstreisen und Lkw-Zulieferungen

Andere Treibhausgase berechnen wir zurzeit nicht konzernweit. Wie die Bilanzierung der klimawirksamen Kältemittel in deutschen Werken zeigt, entfällt auf diese nur ein zu vernachlässigender Anteil im Promillebereich.
Scope-3-Emissionen 2018 (PDF)