Unsere Standards und Anforderungen. Die in unseren Geschäftsbedingungen integrierten Supplier Sustainability Standards definieren Anforderungen an Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltschutz und Sicherheit, Geschäftsethik und Compliance. Bei unseren direkten Zulieferern von Waren und Dienstleistungen in aller Welt drängen wir auf deren Einhaltung.

Von Produktionsmaterial-Lieferanten fordern wir ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001, EMAS oder vergleichbaren Standards. Dies fordern wir ebenso risikobasiert von Nicht-Produktionsmaterial-Lieferanten. Beim Tierschutz fordern wir von unseren Zulieferern die Einhaltung der anwendbaren Gesetze und Regelungen. Eine unethische Behandlung wird von uns weder toleriert noch unterstützt.

Unsere direkten Lieferanten sind aufgefordert, diese Nachhaltigkeitsstandards einzuhalten, sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vermitteln und sie auch in ihre vorgelagerten Wertschöpfungsketten hineinzutragen und deren Einhaltung zu kontrollieren. Wir unterstützen sie dabei durch zielgerichtete Informationen und Qualifizierung. Zentrale Informationsplattform für Lieferanten ist unser Daimler Lieferanten Portal.
Daimler Lieferanten Portal

Überprüfung der Lieferanten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüfen neue Produktionsmaterial-Lieferanten des Einkaufs Trucks & Buses in Risikoländern im Rahmen ihrer Assessments vor Ort zu Nachhaltigkeitsthemen. Bei Mercedes-Benz Cars werden darüber hinaus neue Lieferanten auch in weniger risikobehafteten Ländern von Einkaufs- und Qualitätsmitarbeitern zielgerichtet auf ihre Nachhaltigkeits-Performance überprüft. Wo nötig, wird eine tiefer gehende Überprüfung veranlasst. Die Ergebnisse der Überprüfung werden in Managementgremien besprochen und fließen in die Vergabeentscheidung ein.

Die Einhaltung der Nachhaltigkeitsstandards bei unseren direkten Lieferanten prüfen wir regelmäßig auf Basis einer Risikoanalyse. Nachhaltigkeits- und Compliance-Verstöße bestehender Lieferanten ermitteln wir unter anderem mithilfe einer regelmäßigen Datenbankrecherche. Hinweisen auf Fehlverhalten gehen wir systematisch nach. Mithilfe eines Online-Fragebogens befragen wir unsere Hauptlieferanten zusätzlich zu ihrem Nachhaltigkeitsmanagement sowie zur Weitergabe der Anforderungen in der Lieferkette. Anhand der Ergebnisse definieren wir Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung.

Wir haben einen Beschwerdemanagementprozess eingerichtet, der es erlaubt, auch auf mögliche Menschenrechtsverletzungen bei Lieferanten aufmerksam zu machen. Hier arbeiten wir eng mit der Weltarbeitnehmervertretung zusammen. Dazu tragen wir zunächst alle verfügbaren Informationen zusammen und handeln bei begründeten Hinweisen. Die Lieferanten werden aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, danach bewerten wir den Sachverhalt und ziehen die erforderlichen Konsequenzen. Dies kann bis zur Auflösung einer Geschäftsbeziehung gehen. Es ist aber nicht immer zielführend, die Zusammenarbeit bei Fehlverhalten sofort zu beenden. Oft ist es sinnvoller, zusammen mit dem betroffenen Lieferanten auf eine Verbesserung der Situation hinzuwirken. Davon profitieren auch die Menschen vor Ort. Über den Beschwerdemanagementprozess hinaus können Hinweise auf Fehlverhalten immer an das von Daimler eingerichtete Hinweisgebersystem BPO gemeldet werden.
Hinweisgebersystem BPO

Dialog und Qualifizierung. Das Verständnis für Nachhaltigkeit und das Wissen über die konkrete Umsetzung im Unternehmen sind der Schlüssel für ein durchgängiges Nachhaltigkeitsmanagement in der Lieferkette. Daher organisieren wir schon seit vielen Jahren gemeinsam mit anderen Automobilherstellern Lieferantentrainings.

Im Jahr 2018 haben wir gemeinsam mit der europäischen Nachhaltigkeitsinitiative „Drive Sustainability“ Trainings für Zulieferer in den Fokusländern Thailand, Ungarn und Spanien durchgeführt.
Initiative Drive Sustainability

Im Rahmen der gemeinsam von econsense (Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e. V.) und WZGE (Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik) gegründeten Initiative der Deutschen Wirtschaft für nachhaltige Wertschöpfungsketten beteiligen wir uns zudem am Aufbau lokaler Netzwerke und Trainingsworkshops. Hierbei wurden 2018 in den Fokusländern und -regionen China und Mexiko erste Lieferantenworkshops auch mit Lieferanten von Daimler durchgeführt.
econsense-Initiative for Sustainable Value Chains

Darüber hinaus können bestehende und potenzielle Lieferanten über ein kostenloses E-Learning-Schulungsprogramm ihr Nachhaltigkeitswissen fortlaufend weiter verbessern.

Unsere weltweiten Einkaufsmitarbeiter informieren und qualifizieren wir beispielsweise über ein spezielles E-Learning-Programm zu Nachhaltigkeitsthemen. Darüber hinaus finden an den internationalen Standorten des Einkaufsbereichs Mercedes-Benz Cars (Österreich, Argentinien, China, Indien, Südafrika, Mexiko, USA und Thailand) in regelmäßigen Abständen Schulungen zu aktuellen Themen wie Menschenrechtsrisiken statt.

Engagement in Verbänden und Nachhaltigkeitsinitiativen. Unser langjähriges Engagement in verschiedenen nationalen wie internationalen Branchen- und Industrieverbänden hilft uns bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsthemen in komplexen Lieferketten. Wir arbeiten nicht nur mit deutschen Verbänden, wie econsense, dem Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) oder dem Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) zusammen, sondern sind auch international aktiv. So engagieren wir uns sowohl bei der amerikanischen Automotive Industry Action Group (AIAG) als auch als Lead Partner bei der europäischen Brancheninitiative der Automobilindustrie „Drive Sustainability“. Hierbei werden gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in Lieferketten vorangetrieben. Der gemeinsame Rahmen der „Automotive Industry Guiding Principles to Enhance Sustainability Performance in the Supply Chain“ legt den sozialen und ökologischen Mindeststandard für die Automobilunternehmen und Zulieferer fest.

Für ein effizientes Nachhaltigkeitsmanagement und zur besseren Vergleichbarkeit arbeiten wir auch mit standardisierten Instrumenten, wie beispielsweise dem branchenweiten Fragebogen zur Nachhaltigkeit (Self-Assessment Questionnaire).

Durch die Mitwirkung in Initiativen wie der Responsible Cobalt Initiative, der Responsible Minerals Initiative, der Responsible Steel Initiative und der Aluminium Stewardship Initiative verstärkt Daimler seine Aktivitäten für eine nachhaltige Rohstofflieferkette. Der Fokus ist eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern in den rohstoffspezifischen Lieferketten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Vermeidung von Menschenrechtsverstößen beim Abbau von Rohstoffen. Die Initiativen fungieren dabei als wichtige Plattformen. Sie stellen anspruchsvolle Mechanismen bereit, die eine saubere Herkunft von Materialien wie Kobalt, Stahl oder Aluminium bescheinigen. Hier bringt sich Daimler weiter aktiv für eine praxisnahe Umsetzung ein.

Human Rights Respect System für die Lieferkette. Mit dem Daimler Human Rights Respect System implementieren wir ein Verfahren zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung systemischer Risiken und möglicher negativer Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns auf die Achtung der Menschenrechte. Es soll darüber hinaus darauf hinwirken, dass die Menschenrechte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei direkten Lieferanten und – risikobasiert bei definierten Zulieferprodukten – über die direkten Lieferanten hinaus gewahrt werden.
Human Rights Respect System