Der demografische Wandel und die Veränderungen in der Arbeitswelt beeinflussen die Leistungsfähigkeit unserer Belegschaft. Damit sind vorausschauende, nachhaltige Lösungen gefragt, um die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit der Beschäftigten erhalten zu können.
Kennzahlen Arbeits- und Gesundheitsschutz

Global einheitliche Richtlinien. Im Daimler-Konzern gelten weltweit einheitliche, auf Prävention ausgerichtete Leitsätze. Sie orientieren sich an Landesgesetzen und internationalen Standards. Für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit, betriebliche Gesundheitsförderung, Ergonomie, Sozialberatung und Integrationsmanagement ist unser Bereich Health & Safety verantwortlich. Das Gesundheitsmanagement und der Arbeitsschutz sind zudem auch Gegenstand unserer Risikomanagementsysteme.

Gesundheit erhalten und fördern. Im Rahmen des Gesundheitsmanagements der Daimler AG entwickeln wir vorausschauende Lösungen und setzen sie um – vom arbeitsplatznahen „Daimler GesundheitsCheck“ über die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung bis hin zum IT-System, das die dauerhafte Wiedereingliederung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit gesundheitlichen Einschränkungen erleichtert.

Beschäftigte medizinisch betreuen. Die Arbeits- und Notfallmedizin bei Daimler umfasst vielfältige Maßnahmen zur Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen oder Berufskrankheiten, zur Gesunderhaltung am Arbeitsplatz sowie zur Diagnostik und Therapie von Unfällen und akuten Erkrankungen. Die Verantwortung dafür liegt bei unseren Werks- und Betriebsärzten weltweit.

Die Daimler AG bietet ihren Beschäftigten eine umfassende arbeitsmedizinische Betreuung an. Hinzu kommen die Maßnahmen und Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Sozialberatung.

Unsere betriebliche Gesundheitsförderung zielt darauf ab, die Beschäftigten zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren und ihre Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen zu stärken. Kampagnen, Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie Maßnahmen in den Bereichen Therapie und Rehabilitation fördern dies weltweit. Alle deutschen Werke verfügen über angegliederte Gesundheitszentren auf dem Werksgelände oder kooperieren mit Gesundheitszentren in Werksnähe.

In Zusammenarbeit mit unseren Gesundheitszentren bieten wir unter anderem neuartige Konzepte bei Rücken- und Gelenkproblemen an. Mit fit@work bringen wir mithilfe eines Multifunktionsgeräts die „five-Methode“ und modernes Faszientraining direkt an den Arbeitsplatz.
Maßnahmen und Initiativen der betrieblichen Gesundheitsförderung

Sozialberatung. Die Sozialberatung bietet allen Beschäftigten – Führungskräften, Mitarbeitern und Funktionsträgern wie Personalmanagern und Betriebsräten – Coaching und Beratung in persönlichen oder auf die jeweilige betriebliche Rolle bezogenen Konflikt- und Krisensituationen an. Sie arbeitet systemisch und lösungsorientiert, wobei der Fokus auf der Stärkung der persönlichen Ressourcen liegt. Neben der Beratung bietet die Sozialberatung auch bereichsbezogene Workshops sowie Qualifizierungen für Führungskräfte zur Weiterentwicklung der psychosozialen Führungskompetenz an..

Ergonomie-Strategie. Unsere Gesamtbetriebsvereinbarung zur Ergonomie untermauert die Verpflichtung des Unternehmens, Arbeitsplätze ergonomisch zu gestalten. Demgemäß beschreibt unsere neue Ergonomie-Strategie Ziele und Grundsätze, anhand derer wir das Thema Ergonomie noch systematischer und nachhaltiger im Unternehmen umsetzen wollen. Die Schwerpunkte liegen auf folgenden Handlungsfeldern und Maßnahmen:

  • durchgängiger Einsatz der Ergonomie-Standards in Entwicklung, Planung und Produktion,
  • Ergonomie-Verantwortung vom Konzept bis zur Serie,
  • kontinuierliche Verbesserung der Ergonomie,
  • Qualifizierung der Beschäftigten und Führungskräfte,
  • Einführung auf internationaler Ebene,
  • demografiegerechte und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

IT-System zur Ergonomie-Bewertung. Mithilfe unseres neu entwickelten IT-Systems zur Ergonomie-Bewertung lassen sich Arbeitsplätze ergonomisch bewerten. Gleichzeitig können Anforderungsprofile für den fähigkeitsgerechten Einsatz von Beschäftigten mit Einsatzeinschränkungen erstellt werden. Die Ergebnisse werden in einer Datenbank erfasst und dokumentiert, sodass die Analysen konzernweit transparent sind. Damit sind in allen Divisionen durchgängige Ergonomie-Prozesse sowie systematische Ergonomie-Analysen sichergestellt.

Neue Medien. Um die Themen Ergonomie und Arbeitssicherheit attraktiver und ihre Bedeutung bewusster zu machen, setzen wir vermehrt Medien wie Filme, Wikis oder webbasierte Trainings ein. So haben wir Filme für die allgemeine Erstunterweisung und zum Thema Ergonomie produziert. Der Film zur allgemeinen Erstunterweisung betont die Verantwortung aller, der Führungskräfte wie der Beschäftigten, für ein gesundes und sicheres Arbeiten.

#DigitalHealth. Unsere Initiative #DigitalHealth widmet sich Fragen von Gesundheit und Sicherheit im Kontext der digitalen Transformation. Vor allem interessiert uns, wie sich die Digitalisierung auf die Gesundheit unserer Beschäftigten auswirkt. Gleichzeitig arbeiten wir daran, digitale Systeme wie zum Beispiel Gesundheits-Apps einzusetzen, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten zu fördern.

Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). In allen Produktionsanlagen wenden wir unser modular aufgebautes MRK-Sicherheitskonzept an. Es dient als Basis für die EG-Konformitätserklärung. Das Konzept lässt sich flexibel einsetzen, unabhängig davon, ob der Roboter eine assistierende oder leistungsunterstützende Aufgabe übernimmt oder auch voll automatisiert arbeitet.

Industrie 4.0 und Exoskelette. Der Einsatz digitaler Endgeräte (Wearable Computing Systems) und der verstärkt auf den Markt drängenden Exoskelett-Systeme ist ein weiteres wichtiges Thema. Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 eröffnen tragbare Computersysteme verbesserte Möglichkeiten der Arbeits- und Prozessgestaltung. Exoskelett-Systeme können die Beschäftigten bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten entlasten und auch Beschäftigte mit Leistungseinschränkungen unterstützen. In beiden Gebieten sind aber neben den arbeitssicherheitstechnischen Risiken auch die ergonomischen und medizinischen Faktoren zu berücksichtigen. Im Rahmen gemeinsamer Pilotprojekte mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen entwickeln und erproben wir daher Konzepte zur Gefährdungs- und Risikobeurteilung und begleiten die Anwendung derartiger Systeme in der Produktion.

Unfällen vorbeugen, Arbeitsplätze möglichst sicher gestalten. Die Arbeitssicherheit bei Daimler umfasst vielfältige Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten. Unser Center of Competence Safety legt dafür konzernweite Richtlinien fest. Wesentliche Prozesse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind bei uns standardisiert.

Jede Organisationseinheit im Daimler-Konzern legt regelmäßig Arbeitsschutzziele fest und setzt sie um. Grundlage hierfür sind unsere Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie unsere Arbeitsschutzstrategie und die Ergebnisse von Audits und Reviews. Ein effektives Berichtswesen trägt dazu bei, dass die gesetzten Ziele erreicht werden.

Unsere Führungskräfte sind dafür verantwortlich, dass alle internen Richtlinien und gesetzlichen Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz eingehalten werden. Die Zuständigkeiten und Pflichten sind an jedem Standort unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen zu regeln. Expertinnen und Experten für Arbeits- und Gesundheitsschutz unterstützen die verantwortlichen Führungskräfte.

Unsere Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zielen auf Prävention und stetige Verbesserung ab. Sie betonen die Verpflichtung der Führungskräfte, verantwortlich zu handeln, unterstreichen aber auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten, die sich aktiv beteiligen sollen.

Das Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem (A&G). Zu unserem deutschlandweit einheitlichen A&G-Managementsystem gehört ein internes Auditkonzept nach den Standards der ISO 45001, das regelmäßig aktualisiert wird. Eine für alle Unternehmenseinheiten gültige Richtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz steckt den Rahmen für ein internationales Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem ab und setzt etliche Standards auf diesem Gebiet. Die Umsetzung der Richtlinie wie auch der Standards wird in Zukunft auch auditiert. Drei Pilotaudits fanden bereits statt, mit einer Auditmethode, die an ISO 45001 angelehnt ist.

Unfalldokumentation und Unfallkennzahlen. Ein standardisiertes Kennzahlensystem unterstützt bei der Daimler AG das standortübergreifende Unfalldokumentationssystem. Es gewährt Zugriff auf die Quellsysteme für Anwesenheitsstunden, Ausfalltage und Organisationsstrukturen und gewährleistet so eine korrekte Datenbasis.

Initiative zur Unfallvermeidung. Ein hoher Anteil von Unfällen geht auf falsches Verhalten zurück. Deswegen gibt es eine Vielzahl von Initiativen, die das Verhalten in den Mittelpunkt stellen. Beispielsweise wurde in Brasilien das Behavior-Based Safety Training DuPontTM STOP® eingeführt, um die Bewusstheit zu unsicheren Zuständen und riskantem Verhalten zu erhöhen, darüber zu sprechen und sich gegenseitig zu unterstützen, sicher zu arbeiten.

Unser Basisinstrument zur Prävention ist die Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen und -prozessen. Mit ihrer Hilfe untersuchen wir Einzelprozesse, aus deren Bewertung sich in der Summe eine Gesamtbeurteilung ergibt. Darauf folgen, wenn nötig, ärztliche Untersuchungen, die nach Maßgabe der jeweiligen internationalen Vorschriften abzuleiten sind. Das Konzept soll damit laufend an Gesetzesänderungen angepasst und optimiert werden.

Die Gefährdungsbeurteilung wird ab 2019 durch die Einführung eines neuen Tools digitalisiert und kann von den betroffenen Organisationseinheiten jederzeit auf unterschiedlichen Plattformen abgerufen werden. Das System ist mehrsprachig und soll international eingeführt werden. Die Pilotierung an den deutschen Standorten läuft bereits.
Unfallkennzahlen