Die Verbesserung der innerstädtischen Luftqualität wird neben dem Klimaschutz auch in Zukunft ein wichtiger Umweltaspekt sein. Der Straßenverkehr hat heute noch einen erheblichen Anteil an straßennahen Stickoxidbelastungen.

Wir haben uns deshalb für den Zeitraum 2015 bis 2030 Reduktionsziele für NOx-Emissionen im realen Fahrbetrieb (RDE) gesetzt.

–80 % Pkw

–80 % Transporter

–75 % Bus

–60 % Trucks

Modernste Technologien ermöglichen es, die Schadstoffemissionen unserer Pkw und Nutzfahrzeuge ständig weiter zu reduzieren. Dabei haben wir konventionelle Benzin- und Dieselmotoren ebenso im Blick wie Hybridfahrzeuge, die konventionelle mit elektrischen Antriebstechnologien verbinden.

Die Einführung der neuen Dieselmotorenfamilien mit dem OM 654, dem OM 656 und dem OM 608 sowie die fortschreitende Elektrifizierung der Antriebe werden wesentlich zur Erreichung der gesetzten Ziele beitragen.

Darüber hinaus haben wir weitreichende freiwillige Software-Updates für über 3 Mio. bereits auf der Straße befindliche Diesel-Pkw und -Transporter initiiert.

Debatte um den Diesel. Die Automobilindustrie und damit auch Daimler sind im Zuge der öffentlichen Debatte um den Diesel in die Kritik geraten. Das Bekanntwerden teilweise deutlicher Abweichungen zwischen den im gesetzlich vorgeschriebenen Messzyklus NEFZ im Labor ermittelten und den im realen Fahrbetrieb gemessenen NOx-Emissionswerten bei Pkw hat in Teilen der Öffentlichkeit zu einem Vertrauensverlust geführt.

Unser Zukunftsplan Diesel umfasst die Entwicklung von Software-Updates für insgesamt deutlich über 3 Mio. Fahrzeuge in Kundenhand – davon deutlich mehr als 1 Mio. in Deutschland. Mit den Updates verbessern wir das NOx-Emissionsverhalten im realen Fahrbetrieb um 25 bis 30 Prozent im Durchschnitt der Fahrzeuge. Der Nachweis dafür erfolgt in dem mit den Behörden abgestimmten Messzyklus (WLTC 1, 2, 3).

Darüber hinaus gewährt Daimler für Dieselfahrzeuge Euro 1 bis Euro 5 mit Zulassung vor dem 1. Oktober 2018 in den festgelegten Schwerpunktregionen Umtauschprämien von bis zu 10.000 Euro.

Nach Gesprächen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Juni 2018 führt Daimler auf Anordnung des KBA einen verpflichtenden Rückruf für rund 690.000 Fahrzeuge in Europa (davon rund 280.000 in Deutschland) durch. Der überwiegende Teil dieser Fahrzeuge war bereits Bestandteil der im Juli 2017 angekündigten freiwilligen Servicemaßnahme.

Hardware-Nachrüstungen. Ebenfalls hat Daimler bereits nach dem Koalitionsbeschluss Anfang Oktober 2018 angekündigt, sich im Rahmen des Konzeptes der deutschen Bundesregierung für saubere Luft und Sicherung der individuellen Mobilität auch an einem Hardware-Nachrüstungsprogramm für Dieselfahrzeuge in den festgelegten Schwerpunktregionen zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund ist Daimler bereit, für Mercedes-Benz Kunden mit Euro-5-Dieselfahrzeugen in den Schwerpunktregionen die Kosten einer Hardware-Nachrüstung bis zu einem Maximalbetrag von 3.000 Euro zu übernehmen. Die Nachrüstung muss durch einen Drittanbieter entwickelt und angeboten und vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt werden. Sie muss nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren. Daimlers Ziel ist es, im Interesse der Kundinnen und Kunden für Klarheit zu sorgen, welche Hardware-Lösungen von Drittanbietern überhaupt angeboten werden können und zu welchem Zeitpunkt.

Aufstockung des Mobilitätsfonds. Wir haben unsere ursprünglich geplante Beteiligung am „Sofortprogramm Saubere Luft“, das im August 2017 auf dem Nationalen Forum Diesel vereinbart wurde, deutlich aufgestockt: Gemeinsam mit BMW und Volkswagen tragen wir nun den gesamten Anteil der Automobilindustrie.

Lokale Maßnahmen. Daimler konzentriert sich bei den lokalen Maßnahmen insbesondere auf Stuttgart. Beispielsweise unterstützen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahn, Stadtbahn oder Bus zur Arbeit fahren. Dank einer Kostenübernahme von Daimler können Beschäftigte des Konzerns seit Januar 2018 an Tagen mit sogenanntem Feinstaubalarm kostenlos den öffentlichen Nahverkehr der Region Stuttgart für die Fahrt zwischen Wohnort und Arbeitsplatz nutzen.

Um die Auswirkungen moderner Dieselmotoren in der Flotte abschätzen und mögliche Fahrverbote in der Zukunft einkalkulieren zu können, haben wir gemeinsam mit der Firma Bosch und in enger Abstimmung mit der Stadt Stuttgart sowie den zuständigen Landesministerien Szenarien zur künftigen Luftqualität am Stuttgarter Neckartor berechnen lassen. Ein Beratergremium aus anerkannten Experten und Hochschullehrern begleitete die Studie, die von der Firma Aviso durchgeführt wurde. Die Grenzwerte am Neckartor werden nach den Szenarien der Studie zwar bis 2020 voraussichtlich nicht erreicht werden. Aber – je nach umgesetztem Maßnahmenpaket – wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Umgebungsluft voraussichtlich zwischen 2020 und 2025 dauerhaft eingehalten werden.

Neue Dieselmotoren. Mit den neuen Dieselmotoren (OM 654, OM 656 und OM 608) erreichen Mercedes-Benz Fahrzeuge durchschnittliche Stickoxidemissionen (NOx-Emissionen) zwischen 40 und 60 Milligramm pro Kilometer – dies bei Tausenden Kilometern Laufleistung auf der Straße und unter den Bedingungen des Real-Driving-Emissions-Messverfahrens (RDE). Die Werte liegen deutlich unter dem derzeitigen RDE-Grenzwert von 80 Milligramm pro Kilometer mal dem Korrelationsfaktor 2,1 (Stufe 1). Der Korrelationsfaktor wurde per EU-Verordnung festgelegt, um die meist höheren Stickoxidemissionen im realen Betrieb für neue Fahrzeugtypen bis Ende 2019 abzudecken.

Möglich wird dies durch ein innovatives Gesamtpaket aus Motor und Abgasnachbehandlung, das mit der neuen Motorengeneration seit 2016 konsequent im Markt eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Organisationen wie die Dekra, der TÜV sowie Fachzeitschriften haben die sehr guten Werte bei Tests auf der Straße vielfach bestätigt.

Partikelfilter für Otto-Motoren. Bereits ab März 2014 führte Daimler erste Versuche mit einem Ottomotor-Partikelfilter (OPF) durch und war Vorreiter bei der Erprobung dieser Technologie. Mitte 2017 begannen wir mit deren flächendeckender Einführung bei allen direkt einspritzenden Mercedes-Benz Ottomotoren. Seit Juni 2018 hat Daimler nun als erster Hersteller die Serienausrüstung mit OPF in Europa umgesetzt. Derzeit laufen ähnliche Erprobungen und Vorbereitungen, um auch Rahmenbedingungen und zukünftige gesetzliche Entwicklungen in weiteren Märkten berücksichtigen zu können.

Emissionslabor Immendingen. Seit Herbst 2018 bauen wir in Immendingen ein vollkommen neues Emissionsmesslabor, das 2020 in Betrieb gehen soll. Auf dessen Prüfständen können künftig die Abgase sämtlicher Mercedes-Benz Pkw-Modelle und Transporter messtechnisch untersucht und abgesichert werden. Es wird mehrere Labor- und Werkstattbereiche geben, etwa für Versuche zur On-Board-Diagnose (OBD) und zur Vorbereitung von RDE-Straßenfahrten mit portablem Emissionsmesssystem (PEMS). Darüber hinaus planen wir die Errichtung von Spezialprüfständen, die es unter anderem ermöglichen, Experimente mit Höhensimulation (von Meeresniveau bis zu 4.000 Meter über NN) sowie unter extremen Umgebungsbedingungen im Temperaturbereich von minus 30 bis plus 50 Grad Celsius durchzuführen.

Gesunde Luft im Innenraum. Zur Sicherheit und zum Wohlbefinden der Fahrzeuginsassen tragen auch eine gute Luftqualität im Innenraum sowie allergiegeprüfte Oberflächen bei. Bereits bei der Fahrzeugentwicklung achten wir darauf, dass Innenraumemissionen auf ein Minimum reduziert und Allergien auslösende Substanzen vermieden werden. Hochwirksame Filter in der Klimaanlage halten Allergene von außen zurück.

Nachweislich allergikerfreundlich. Seit 2016 tragen alle unsere Pkw- Baureihen das Qualitätssiegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (European Centre for Allergy Research Foundation, ECARF). Das ECARF-Siegel zeichnet Produkte aus, deren Allergikerfreundlichkeit in wissenschaftlichen Prüfungen nachgewiesen wurde. Zuletzt haben 2018 die CLS-Klasse, die A-Klasse, der GT 4-Türer und die GLE-Klasse das ECARF-Siegel erhalten.