Daimler stellt in Deutschland und Europa die Weichen für eine klimafreundliche Produktion. Wir haben uns zwei Ziele für unsere europäischen Werke und ein weltweites Ziel gesetzt:

  • Senkung der CO2-Emissionen unserer europäischen Werke bis 2020 absolut um 20 Prozent im Vergleich zu 1990.
  • Senkung der CO2-Emissionen unserer europäischen Werke bis 2020 spezifisch um 66 Prozent im Vergleich zu 1990.
  • Weiterhin möchten wir die spezifischen CO2-Emissionen (pro Fahrzeug) unserer Produktionswerke weltweit bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 2007 senken.

Mercedes-Benz Cars stellt in Deutschland und Europa die Weichen für eine „grüne“ Produktion. Alle deutschen Werke sollen bis zum Jahr 2022 über eine CO2-neutrale Energieversorgung verfügen.

Mit diesem Beschluss wollen wir unsere Produktion noch nachhaltiger gestalten. Wir werden unsere elektrische Energie nur noch aus regenerativen Quellen beziehen. Stromeigenerzeugung und andere Energieträger werden über hochwertige CO2-Kompensation CO2-neutral gestellt. Neue Werke in Europa werden schon heute von Anfang an mit einer CO2-neutralen Energieversorgung geplant.

Die deutschen Pkw-Produktionswerke sollen bis 2022 zu 100 Prozent CO2-neutral sein.

Auf dem Weg zur CO2-neutralen Fertigung. Die Vorbereitungen für die Nutzung von ausschließlich grünem Strom für eine klimafreundliche Produktion in Europa sind bereits weit fortgeschritten. Unsere Fahrzeug- und Powertrain-Werke in Bremen, Rastatt, Sindelfingen, Berlin, Hamburg, Kamenz, Kölleda und Stuttgart-Untertürkheim kaufen Strom zu oder betreiben eigene Kraftwerke. Dabei soll zugekaufter Strom künftig zu 100 Prozent nachweisbar aus regenerativen Quellen wie Wind- und Wasserkraft stammen. Dies entspricht circa drei Vierteln des gesamten Strombedarfs unserer deutschen Werke. Der Rest wird in eigenen hocheffizienten Gas-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugt. Die dabei entstehenden CO2-Emissionen wollen wir durch qualifizierte Kompensationsprojekte ausgleichen. Dies gilt auch für alle anderen Energiebezüge der Werke, wie zum Beispiel Erdgas zur Gebäudeheizung oder Kraftstoffe für den innerbetrieblichen Verkehr.

Neue Fabriken in Deutschland und Europa sollen von Beginn an über eine CO2-neutrale Energieversorgung verfügen:

  • Das smart Werk in Hambach (Frankreich) bezieht heute schon seinen kompletten Strombedarf aus erneuerbaren Energiequellen.
  • Am Standort Kecskemét (Ungarn) bauen wir ein zweites hocheffizientes Werk, das CO2-neutral versorgt werden wird.
  • Im Werk Sindelfingen entsteht zurzeit unsere „Factory 56“. Gemäß dem Slogan „digital, flexible, green“ soll sie Maßstäbe in der welt weiten Automobilproduktion setzen. Die Produktionshalle nutzt erneuerbare Energien und reduziert Wasserverbrauch und Abfallaufkommen deutlich. Allein die Fotovoltaik-Anlage auf dem Hallendach wird voraussichtlich auf einen jährlichen Ertrag von rund 5.000 MWh kommen, die nicht anderweitig konventionell erzeugt werden müssen. Verglichen mit der heutigen S-Klasse Produktion in Sindelfingen, werden die CO₂-Emissionen der „Factory 56“ um etwa 75 Prozent zurückgehen. Die lichtdurchlässige Konstruktion fördert zudem ein angenehmes Arbeitsklima. Auch kann die Halle in den Sommermonaten auf bis zu 7 Grad unter der Außentemperatur temperiert werden.
  • In Jawor (Polen) wird ein neues CO2-neutrales Motorenwerk gebaut, das 2019 in Betrieb gehen soll. Für den CO2-neutralen Standort wird dann der rund 10 Kilometer entfernte Windpark Taczalin umweltfreundliche Energie liefern. Die 22 Windräder verfügen zusammen über eine installierte Leistung von 45,1 MW und sind seit Ende 2013 in Betrieb. Entwickler und Betreiber des Windparks ist die VSB-Gruppe. Der langfristig angelegte Stromabnahmevertrag mit dem Projekt entwickler ist der erste, der in Polen zwischen Industrie und Windbranche geschlossen wurde. Als Stromabnehmer sichert Daimler damit langfristig die Grünstromversorgung des Standorts ab. Der Anbieter wiederum kann dauerhaft mit stabilen Einnahmen kalkulieren.
  • Als erster industrieller Großkunde bezieht Daimler Strom aus deutschen Windkraftanlagen, deren Förderung nach dem Erneuer bare-Energien-Gesetz (EEG) nach 2020 ausläuft. Damit sichern wir als erstes Industriegroßunternehmen in Deutschland den wirtschaftlichen Betrieb von Bestandsanlagen, die so weiterhin ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele in Deutschland leisten können. Die insgesamt 6 Windparks mit 31 Turbinen erzeugen rund 74 GWh pro Jahr und haben eine installierte Leistung von 46 MW. Der im Windpark gewonnene Grünstrom wird nach Inkrafttreten des Vertrags ins Stromnetz eingespeist und zeitgleich von den Mercedes-Benz Werken aus dem Netz entnommen.
Daimler-NB2018_12_Direkte_und_indirekte_CO2-Emissionen_Daimler-Konzern
Daimler-NB2018_13_Direkte_und_indirekte_CO2-Emissionen_aus_der_Produktion
Daimler-NB2018_14_Jaehrliche_Fahrzeugproduktion_Daimler-Konzern
Daimler-NB2018_15_Spezifischer_Energieverbrauch_pro_hergestelltem_Fahrzeug

CO2-Emissionen des Lieferverkehrs. Der Zu- und Auslieferverkehr unserer Werke sowie die Arbeitswege unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlagen sich in Emissionen, Lärm und Ressourcenverbrauch in unserer Umweltbilanz nieder. Durch eine effiziente Logistik sowie die Nutzung von Bahn und Binnenschiffsverbindungen wollen wir die Umweltauswirkungen dieser Transporte wirksam reduzieren.

Unsere globale Transportlogistik umfasst heute über 75 Produktionswerke in 30 Ländern mit rund 8.500 Händlern weltweit. 2018 haben wir international rund 3,3 Mio. Fahrzeuge transportiert. Zudem wurden in Europa allein im ersten Halbjahr 2018 annähernd 5,4 Mio. Tonnen Produktionsmaterial transportiert. Das globale Transportvolumen lag bei rund 440.000 Standard-Containern Seefracht und etwa 82.000 Tonnen Luftfracht.

Um die hiermit verbundenen CO2-Emissionen zu reduzieren, arbeiten wir mit Hochdruck an der Optimierung des Logistiknetzes. Dabei geht es vor allem darum, die Knotenpunkte optimal miteinander zu verbinden, sodass zurückgelegte Strecken verkürzt werden können und die Auslastung verbessert werden kann. Außerdem spielen innovative Transportkonzepte und neue Transportmittel eine wichtige Rolle.

Bei der Auswahl von Logistikkonzepten berücksichtigen wir neben Kosten, Laufzeit und Transportqualität auch den CO2-Ausstoß. Ebenso ziehen wir bei der Auswahl von Logistikdienstleistern Nachhaltigkeitskriterien heran – von Umweltzertifikaten über den Einsatz von umweltschonendem Equipment bis zur Nutzung emissionsarmer Lkw nach der neuesten Euro-Norm.

  1. Das Med-Port-Konzept wurde in zwei Stufen erfolgreich umgesetzt und befindet sich im Regelbetrieb. Durch die Verschiffung der RoRo-Transporte über den Mittelmeerhafen Koper (anstatt über einen Nordseehafen) verkürzt sich der Seeweg von Europa nach Fernost um circa 8.000 Kilometer. Bei einem jährlichen Volumen von rund 140.000 Einheiten konnten CO2-Einsparungen von knapp 50.000 Tonnen realisiert werden.
  2. Im Rahmen des Projektes RailLink2Med wurde ab Februar 2018 die Belieferung der Märkte Italien und Spanien umfangreich von Lkw auf Bahn verlagert. Die Umstellung erfolgte gestaffelt auf den volumenstärksten Hauptläufen des Netzwerkes und betrift jährlich circa 25.000 Fahrzeuge für Italien und etwa 40.000 Fahrzeuge für Spanien.
  3. Das Projekt zur Einführung von Lang-Lkw wurde in 2018 ausgeweitet und befindet sich mittlerweile im Regelbetrieb. Pro Jahr werden hierdurch nahezu 1.000 Tonnen CO2 eingespart.

Wie wir unsere CO2-Emissionen berechnen

Einführung von Energiemanagementsystemen nach ISO 50001 weltweit. Seit 2012 haben wir an unseren deutschen Produktionsstandorten Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001 eingeführt und zertifiziert. Mit ihrer Hilfe konnte eine kontinuierliche Verbesserung des Energieverbrauchs, der Energieeffizienz und der Transparenz erreicht werden. Diese Erfolge wollen wir nun weltweit umsetzen. Einige Auslandsstandorte, wie Detroit-Redford, Vitoria, Brixworth, East London und Kecskemét wurden bereits nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert und tragen so bereits zur nachhaltigen Energieoptimierung bei.

Im Jahr 2019 sollen nun weitere Produktionsstandorte folgen. Dies beinhaltet den Aufbau einer Energiemanagementorganisation mit Energiemanagementbeauftragtem und Energieteam. Zur Identifikation der wesentlichen Energieverbräuche werden umfangreiche Messungen durchgeführt und bewertet. Dadurch können Einsparpotenziale in Produktion und Infrastruktur erkannt und umgesetzt werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um den Austausch alter Beleuchtungsanlagen gegen moderne LED-Technologie oder eine verbesserte Steuerung vorhandener Lüftungsanlagen. Bei der Auslegung von Anlagen, sowohl in der Neubeschaffung als auch im Rahmen von Umbaumaßnahmen, wird stets auf den Einsatz effizienter Motoren und Steuerungen geachtet. Des Weiteren können bereits mithilfe kleiner Maßnahmen wie der Überprüfung bestehender Anlagen und einem Abgleich des eigentlichen Bedarfs Energie und Kosten eingespart werden.

Mithilfe eines solchen Energiemanagementsystems wird der Energieaspekt nochmals stärker in die Konzernstrategie eingebunden. Die Reduzierung des Energieverbrauchs und die gesteigerte Effizienz führen langfristig zu einer Schonung von Ressourcen und reduzieren den Ausstoß von Emissionen. Die systematische Betrachtungsweise führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistungen und trägt damit einen wesentlichen Teil zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele des Konzerns bei.

Daimler-NB2018_16_Daimler-Werke_mit_zertifiziertem_Energiemanagementsystem
Daimler-NB2018_17_Energieverbrauch_Daimler-Konzern
Daimler-NB2018_18_Joint Ventures-Produktion

Teilnahme am europäischen Emissionshandel.

Industrieanlagen, in denen durch die Verbrennung (Oxidation) fossiler Brennstoffe CO2-Emissionen verursacht werden und deren genehmigte Feuerungswärmeleistung 20 MW übersteigt, müssen laut Gesetz am Europäischen Emissionshandel (EU Emission Trading Scheme – EU ETS) teilnehmen. Der Anlagenbetreiber ist verpflichtet, alljährlich die emittierten CO2-Emissionen zu ermitteln, der zuständigen Behörde darüber Bericht zu erstatten und CO2-Emissionszertifikate in Höhe der gemeldeten CO2-Emissionen an die Behörde abzugeben. Dabei entspricht ein CO2-Emissionszertifikat (European Union Allowances, EUA) der Erlaubnis, eine Tonne CO2 zu emittieren.

Im Daimler-Konzern unterliegen insgesamt 14 Anlagen in Deutschland, Frankreich, Ungarn und Spanien dieser Verpflichtung. Diese Anlagen erzeugen die am jeweiligen Standort für die Produktion benötigte elektrische und Wärmeenergie. Sie sind hocheffizient und nutzen fast ausschließlich Erdgas. Darüber hinaus besitzt das Werk Mannheim eine Gießerei, die ebenfalls unter die Regulierungen des Emissionshandels fällt.

Die zulässige Gesamtzahl der EUA ist begrenzt und wird jährlich verringert. So werden schrittweise weniger kostenlose CO2-Emissionszertifikate zugeteilt, sodass sich deren Zahl zum Ende der vierten Handelsperiode (2021 bis 2030) für die Automobilbranche und viele weitere Sektoren auf null reduziert haben wird. Ein Großteil der benötigten CO2-Emissionszertifikate muss damit kostenpflichtig bei EUA-Auktionen, im Börsenhandel oder im direkten Handel erworben werden. Durch die zunehmende Angebotsverknappung ist der EUA-Preis zwischen 2017 und 2018 bereits von rund 5 Euro auf etwa 20 Euro pro EUA gestiegen. Bei Daimler legt ein internes Gremium mit Experten aus verschiedenen Abteilungen die Beschaffungsstrategie und das Risikomanagement für benötigte CO2-Emissionszertifikate fest.

Derzeit sind über die Hälfte der an unseren Produktionsstandorten in Europa verursachten CO2-Emissionen im Rahmen des Emissionshandels erfasst. Durch Maßnahmen wie Energieeffizienzprojekte oder den Ausbau der Kapazitäten zur regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung versuchen wir, die CO2-Emissionen weiter zu verringern. Bei der Bewertung unserer Projekte zur CO2-Reduktion berücksichtigen wir auch die Kosten der CO2-Vermeidung und beziehen die Preise des CO2-Emissionshandels direkt in unsere Betrachtungen mit ein.