Wir entwickeln für alle Geschäftsfelder spezifische Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen unserer Produkte. Diese Ziele beziehen sich auf den Zeitraum bis 2030 und gelten für den Daimler-Konzern weltweit.

Für den Fahrzeugbereich sind die neuen Zielwerte im Prozess der internen Abstimmung. Nachdem im Dezember 2018 die Details der europäischen CO2-Gesetzgebung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge festgelegt wurden und für schwere Lkw und Busse ebenfalls Minderungsziele für 2025 und 2030 in der Endabstimmung sind, werden wir uns an diesen Vorgaben orientieren. Darüber hinaus werden zurzeit weltweit Quoten für Elektrofahrzeuge diskutiert, die gegebenenfalls bei der Festlegung unserer Ziele zu berücksichtigen wären. Hinzu kommt, dass die Marktnachfrage nach Elektrofahrzeugen stark davon abhängt, wie schnell die nötige Ladeinfrastruktur verfügbar ist – ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Unser laufendes Reduktionsziel für den Fahrbetrieb nach NEFZ (Tank to Wheel) lautet minus 44 Prozent (2007– 2021) für Pkw der Neufahrzeugflotte in der EU. Dieses Ziel verfolgen wir mit unverminderten Anstrengungen weiter, da wir in den kommenden Jahren erhebliche zusätzliche Reduktionen erwarten.

–44 % CO2 Pkw

Neufahrzeugflotte EU (2007 – 2021)

–10 % CO2 Transporter

Neufahrzeugflotte EU (2014 – 2018)


Die Hybridisierung und Elektrifizierung der Antriebe unserer Fahrzeuge ist ein entscheidender Stellhebel zur Senkung des CO2-Ausstoßes in den Flotten. Entsprechend große Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen sind bereits fest geplant.

Das Pariser Abkommen zum Klimaschutz verfolgt das Ziel, die weltweite Klimaerwärmung verglichen mit dem vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Daraus ergibt sich eine signifikante Verschärfung, insbesondere der CO2-Ziele, für alle Staaten und Branchen.

Umweltgerechte Fahrzeugentwicklung. Wir entwickeln Produkte, die in ihrem jeweiligen Marktsegment besonders umweltverträglich und energieeffizient sind. Bereits in den ersten Phasen der Entwicklung entscheidet sich weitgehend, welche ökologischen Lasten ein Fahrzeug verursacht. Je früher die umweltgerechte Produktentwicklung (Design for Environment, DfE) in den Entwicklungsprozess integriert ist, desto effizienter können die Umweltauswirkungen minimiert werden. Die Umweltverträglichkeit stetig zu verbessern, ist deshalb eine wichtige Anforderung bei der Festlegung der Produktlastenhefte. Für jedes Fahrzeugmodell und jede Motorisierungsvariante legen diese Lastenhefte die zu realisierenden Eigenschaften und Zielwerte fest. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zu Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen und Grenzwerten für Stickoxide. Im Laufe des Entwicklungsprozesses überprüfen wir regelmäßig die Einhaltung dieser Vorgaben.

Um die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs bewerten zu können, betrachten wir die Emissionen und den Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Mercedes-Benz Modelle mit Umweltzertifikat. Mercedes-Benz veröffentlicht seit 2005 als weltweit erster Automobilhersteller produktbezogene Umweltinformationen (360°-Umweltcheck) als Ergebnis der umweltgerechten Produktentwicklung nach ISO TR 14062 und ISO 14040/14044. Darüber hinaus werden seit 2012 die Anforderungen der internationalen Norm ISO 14006 zur Einbindung der umweltgerechten Produktentwicklung in die übergeordneten Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme erfüllt und von der TÜV SÜD Management Service GmbH bestätigt.
Mercedes-Benz Modelle mit Umweltzertifikat (360° Umweltcheck)

Daimler-NB2018_04_CO2-Emissionen_in_der_gesamten_Nutzungsphase

Unser zukünftiges Zielsystem. Im Lebenszyklus eines Fahrzeugs entfällt der größte Teil des Primärenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen auf den Fahrbetrieb. Bei einem Pkw mit Verbrennungsmotor sind dies etwa 80 Prozent.

Eine Schwäche dieser Betrachtungsweise besteht darin, dass die Herstellung der Kraftstoffe oder – wie im Falle eines E-Fahrzeugs - die Erzeugung der elektrischen Energie im Kraftwerk nicht berücksichtigt werden.

Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie ganzheitlich mit zu betrachten.

Neben den CO2-Reduktionszielen für den Fahrbetrieb werden zukünftig auch die Beiträge aus der Produktion des Kraftstoffs und der elektrischen Energie berichtet.