Es ist uns wichtig, kontinuierlich mit allen unseren Interessengruppen im Gespräch zu bleiben, um verschiedene Perspektiven auf unser Nachhaltigkeitsengagement zusammenzutragen, Zukunftstrends früh aufzugreifen und Erfahrungen auszutauschen. Dabei geht es auch darum, kontroverse Themen bereits sehr früh konstruktiv zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht für uns immer ein für beide Seiten erfolgreicher und zielführender Dialog. Voraussetzung dafür ist die Identifikation unserer Stakeholder. Stakeholder sind für uns Personen und Organisationen, die rechtliche, finanzielle, ethische und ökologische Erwartungen an Daimler haben. Kriterium für deren Identifikation und Gewichtung ist, inwieweit eine Person oder Gruppe durch die Entscheidungen unseres Unternehmens beeinflusst wird oder umgekehrt bei Entscheidungen unseres Unternehmens Berücksichtigung findet. Unsere primären Stakeholder sind Aktionäre und Kreditgeber, Mitarbeiter, Kunden sowie Zulieferer. Darüber hinaus tauschen wir uns regelmäßig mit zivilgesellschaftlichen Gruppen wie Nichtregierungsorganisationen aus. Aber auch mit Verbänden, Gewerkschaften, Medien, Analysten, Kommunen, Anwohnern, Nachbarn unserer Standorte wie auch mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik pflegen wir den Kontakt.

Daimler-NB2018_03_Exemplarische_Instrumente_unseres_Stakeholder-Dialogs

Dialog auf Konzernebene. Um den Dialog mit unseren Stakeholdern konzernweit zu implementieren, haben wir klare Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege für den Austausch festgelegt sowie spezifische Dialogformen etabliert. Der proaktive Dialog mit unseren Stakeholdern wird von Expertinnen und Experten aus dem Ressort Integrität und Recht initiiert und von unseren Nachhaltigkeitsgremien koordiniert. Ein wesentliches Instrument des Dialogs mit unseren Stakeholdern ist der „Daimler Sustainability Dialogue“. Seit 2008 findet dieser jährlich in Stuttgart statt und bringt Stakeholder aus verschiedenen Bereichen mit Mitgliedern des Daimler-Vorstands und des Managementszusammen. In verschiedenen Workshops wird über ausgewählte Nachhaltigkeitsthemen diskutiert und gemeinsam an deren Weiterentwicklung gearbeitet. Die für die Themenverantwortlichen Daimler-Repräsentanten nehmen die Impulse auf, lassen sie unterjährig in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in ihre Arbeit einfließen und berichten auf der Folgeveranstaltung über die Fortschritte. Im Berichtsjahr haben wir den „Daimler Sustainability Dialogue“ in Stuttgart bereits zum elften Mal durchgeführt. Dabei widmete sich der Vorabend der Veranstaltung den mit Elektromobilität verbundenen Nachhaltigkeitsfragen. Zudem erarbeiteten Experten aus verschiedenen Bereichen im Rahmen eines kreativen Ideen-Workshops zum Thema „Smart Cities“ nachhaltige Lösungen für alltägliche, urbane Probleme. Am Haupttag diskutierten rund 200 Stakeholder in acht Arbeitsgruppen zu Themen wie Datenethik, Marktdurchdringung von E-Fahrzeugen und Digitalisierung in der Arbeitswelt.

Als global agierendes Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, Nachhaltigkeitsstandards weltweit in unseren Geschäftseinheiten und Fachbereichen zu implementieren. Daher organisieren wir den „Daimler Sustainability Dialogue“ auch in anderen Ländern und Regionen. Internationale Dialogveranstaltungen fanden bereits in China, Japan, den USA und Argentinien statt. Im Berichtsjahr tauschten sich über 200 Stakeholder zum sechsten Mal beim „Daimler Sustainability Dialogue“ in Peking aus. Dabei wurde über Themen aus den Bereichen nachhaltige Produktion, Innovation, künstliche Intelligenz sowie Integrität und Recht diskutiert.

Ein wichtiger Impulsgeber für unsere Nachhaltigkeitsarbeit ist darüber hinaus seit 2012 der Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung. Seine Mitglieder sind externe Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Sie begleiten den Integritäts- und Corporate-Responsibility-Prozess bei Daimler konstruktiv-kritisch und unabhängig aus der Außenperspektive. Der Beirat tagt in regelmäßigen Abständen und tauscht sich sowohl mit Mitgliedern des Vorstands als auch mit Verantwortlichen der jeweiligen Fachbereiche aus. Die Mitglieder verfügen über ein vielschichtiges Expertenwissen und Erfahrungen zu Umwelt- und Sozialpolitik, Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung sowie zu diversen menschenrechtlichen und ethischen Fragestellungen. Im Berichtsjahr standen unter anderem die Weiterentwicklung der Integritätskultur, Elektromobilität, Beschwerdemechanismen, Mobilitätsdienstleistungen und Datenverantwortung auf der Agenda des Beirats.

Des Weiteren sind wir in regelmäßigem Kontakt mit Vertretern der Zivilgesellschaft sowie mit anderen Unternehmen. Neben den von uns initiierten Dialogen engagieren wir uns auch in diversen Verbänden, Gremien und Nachhaltigkeitsinitiativen. Hierzu gehören für uns an erster Stelle der UN Global Compact und econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft.
Übersicht unserer wichtigsten Mitgliedschaften

Für den Dialog mit unseren Stakeholdern nutzen wir außerdem Online- und Print-Medien, Expertengespräche, Workshops sowie lokale und regionale Dialogveranstaltungen. Neben dem institutionalisierten Dialog werden Anfragen von Stakeholdern zu diversen Nachhaltigkeitsthemen direkt und dezentral durch einzelne Fachbereiche und Geschäftseinheiten bearbeitet. Dadurch schaffen wir die Nähe zum operativen Geschäft und können fachliches Know-how ohne Umwege einfließen lassen. Über einzelne Anfragen wird auch in Sitzungen unserer Nachhaltigkeitsgremien berichtet, um sie so auch in strategische Entscheidungen unseres Nachhaltigkeitsmanagements einzubringen. Die Gremien koordinieren außerdem bei fachübergreifenden Themen den Dialog mit unseren Anspruchsgruppen.

Dialog auf kommunaler und regionaler Ebene. Wir stehen auch mit Anspruchsgruppen an unseren Standorten im Austausch. Anlass- und projektbezogen greifen wir Fragen, Bedenken, Kritik und Anregungen von Stakeholdern auf und stellen uns einem ergebnisoffenen Dialog. Zudem führen wir proaktiv Dialog- und Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen durch. Die Ergebnisse der Dialoge fließen in die weiteren unternehmerischen Entscheidungen und deren Umsetzung ein. Ein aktuelles Beispiel ist die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Werkes Rastatt. Der Fokus liegt dabei auf der Transformation in Richtung Elektromobilität, wofür zusätzliche Flächen benötigt werden. Gemeinsam mit der Stadt Rastatt haben wir nach Optionsflächen in Werksnähe gesucht und hierbei Betroffene und beteiligte Akteure wie Natur- und Umweltschutzverbände, Eigentümer, Pächter, Nachbargemeinden und Behörden aktiv in den Prozess eingebunden sowie Hinweise der Teilnehmenden aufgenommen. Wir halten die Öffentlichkeit mit vielfältigen Dialog- und Informationsveranstaltungen, wie zum Beispiel Bürgerdialogen, persönlichen Sprechstunden oder Werksführungen, auf dem Laufenden.