Liebe Leserinnen, liebe Leser,

2018 hat gezeigt, dass Nachhaltigkeit viele Facetten hat: Die UN-Menschenrechtserklärung hat sich zum 70. Mal gejährt. Ende des Jahres hat sich die EU auf ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Kunststoff geeinigt, um die großen Mengen an Plastikmüll zu reduzieren. Und auf der Klimakonferenz von Kattowitz wurde ein Regelwerk verabschiedet, um die internationalen Klimaziele zu erreichen. Auch wir als Konzern stehen zu unserer sozialen und ökologischen Verantwortung. Wir sind davon überzeugt, dass nur so langfristiger wirtschaftlicher Erfolg möglich ist. Deshalb ist Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und damit ein wichtiger Aspekt im Rahmen unseres verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns.

Derzeit beschäftigt uns in der Automobilindustrie ein Thema ganz besonders: der Diesel. Unsere Branche hat selbst dazu beigetragen, dass hier Vertrauen verloren gegangen ist. Dieses gilt es jetzt, Stück für Stück wieder aufzubauen. Wir dürfen aber eines nicht vergessen: Der Dieselmotor hat nach wie vor einen CO2-Vorteil gegenüber einem vergleichbaren Benziner. Deshalb ist der moderne Diesel auch Teil unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen. Wir werden weiterhin auf ihn setzen, weil wir ein langfristig weitaus bedeutenderes Thema nicht aus den Augen verlieren dürfen: die Senkung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr für den Klimaschutz. Hierzu wird die Autoindustrie weiterhin ihren Beitrag leisten.

Ein wesentlicher Schritt, um die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu senken, ist die konsequente Elektrifizierung unseres gesamten Pkw-Portfolios. Geplant sind mehr als 130 elektrische Pkw-Varianten. smart wird ab 2020 voll elektrisch. Und im vergangenen Jahr feierte der EQC Weltpremiere – der erste vollelektrische Mercedes (Stromverbrauch kombiniert: 22,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km, vorläufige Angaben)1. Zudem werden wir auch unsere Vans, Trucks und Busse elektrifizieren. Was wir für den Hochlauf unserer Elektro-Offensive brauchen, sind modernste Batteriezellen in hohen Stückzahlen. Deshalb kaufen wir Zellen für ein Gesamtvolumen von mehr als 20 Mrd. Euro. Gleichzeitig bauen wir unsere Batterieproduktion weiter aus: Künftig fertigen wir in neun Fabriken auf drei Kontinenten. Um die Nachhaltigkeit eines Elektroautos fair zu bewerten, blicken wir aber nicht nur auf die Emissionen: Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und betrachten den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung und der Produktion über den Betrieb mit möglichst sauberem Strom bis hin zur Verwertung der Batterie. Es geht uns um ökologische Fragen und um Themen wie die Einhaltung der Menschenrechte bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten entlang der gesamten Lieferkette, einen gewissenhaften Umgang mit Daten und auch neue Formen der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Partnern in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft arbeiten wir daran, dass wir unserer Verantwortung in diesen Bereichen gerecht werden.

Das Ziel ist klar: Unsere Produkte und auch wir als Unternehmen müssen gesamtheitlich noch nachhaltiger werden. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg dahin ist, dass wir unsere deutschen Werke bis 2022 auf eine CO2-neutrale Energieversorgung umstellen wollen. Bei unseren Anstrengungen sind uns die Prinzipien des Global Compact zentraler Referenzrahmen und die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen sowie das Klimaabkommen von Paris liefern uns wichtige Impulse. Und natürlich auch Sie, liebe Leserinnen und Leser. Denn Ihre Rückmeldungen, auch und gerade die kritischen, helfen uns, unserem gemeinsamen Ziel näher zu kommen.

Ihre

Dr. Dieter Zetsche
Renata Jungo Brüngger
Ola Källenius
1Angaben zum Stromverbrauch und den CO2-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst ermittelt. Die Angaben zur Reichweite und zur Beschleunigung sind ebenfalls vorläufig. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.